Braunegg – Der Sonne ent­ge­gen Blog#20

Das Herz am rech­ten Fleck

Der Wetterbericht hat­te wun­der­ba­res Wetter pro­phe­zeit, so ent­schloss ich mich, dies­mal auf der  Etappe 10, „Gesundheit/Körperlichkeit/Ruhestand?“, von Braunegg nach Zeining zu erwan­dern, die Sonne und die fabel­haf­te Fernsicht hier her­oben in vol­len Zügen zu genie­ßen.

An Braunegg hab ich übri­gens  die aller­bes­ten Erinnerungen. Hier fand ja im ver­gan­ge­nen Jahr bei der ers­ten Pfingstenwanderung des Vereines die Eröffnungsfeier des Lebenweges statt. In Kombination mit dem Feuerwehrfest war dies ein groß­ar­ti­ger Erfolg, mit den ver­schie­de­nen Aktionen unter­wegs am Lebensweg und erst recht die offi­zi­el­le Eröffnung im rie­si­gen Festzelt.

Für mich war es  beein­dru­ckend, wie hier alle an einem Strang zie­hen.  Angefangen von den Wanderbeauftragten, Gemeindemitarbeitern, den Akteuren vor und hin­ter den Kulissen war der Ablauf rei­bungs­los. Als umsich­tig und sehr pro­fes­sio­nell wirk­te da Johann Kranzer, er bewahr­te ruhig den Überblick und war  zuver­läs­si­ger Ansprechpartner für alle. An die­se Zusammenarbeit den­ke ich noch sehr ger­ne zurück.

Bevor ich los­star­te­te, beschloss ich , mir zuerst im ein­la­den­den „Braunegger-Hof“ – einem Lebensweg-Partnerbetrieb – eine Tasse Kaffee zu kau­fen. Gleich im Eingangsbereich stell­te ich erfreut fest, dass gut sicht­bar ein Plakat vom TourenTagebuch auf­ge­hängt war. In einer Vitrine lagen auch klei­ne Holzherzen, unse­re Symbol  für den Lebensweg. Im anschlie­ßen­den ange­reg­ten Gespräch mit dem enga­gier­ten Wirt Erhard und sei­ner Frau Sonja erfuhr ich, dass hier her­oben vie­le Ideen und Vorschläge für die Stationen am Weg bereits über­legt und dem­nächst kon­kre­ti­siert wer­den sol­len.

Ich woll­te noch rauf zur neu errich­te­ten, bar­rie­re­frei­en Aussichtswarte auf der „Wiegenhalt“ die auch vom Zusammenhalt hier her­oben erzählt. Sonja, die Wirtin mach­te mich gleich auf­merk­sam, dass es durch­aus sein kann, dass ich noch klei­ne­re Schneeflecken am Weg antref­fen könn­te und zu mei­ner Überraschung – gab mir der Wirt Erhard das Symbol des Lebensweges  – ein klei­nes Holzherz mit auf die Reise. Als mir die Wirtin dann noch die Visitenkarte des Hauses gab und mein­te: „.…wenn du unter­wegs Hilfe brauchst ‚weißt du dann, wo du anru­fen kannst,“ wuss­te ich , dass man hier her­oben  das Herz wohl am rech­ten Fleck hat!!

Die Fernsicht bei die­ser gut in die Landschaft pas­sen­den Anlage ist sagen­haft, vom Schneeberg-Rax-Massiv, bis zur Gemeindealpe, dem Hochschwab und dem Gesäuse reicht die Aussicht. Fast schon kit­schig schön: Just als ich in der Warte beein­druckt das Panorama betrach­te, hör­te ich von zwei Dörfern die Mittagsglocken läu­ten.

Meine gewähl­te Route war über­haupt nicht anstren­gend, der Ausblick gran­di­os und die Sonnenstrahlen wärm­ten so ange­nehm. Ich war ganz erstaunt, schon so vie­le Zitronenfalter zu sehen. Der bes­tens gepfleg­te und gut mar­kier­te Weg führt teil­wei­se über freie Flächen, vor­bei an schön gele­ge­nen klei­nen Dörfern, Ruhe genie­ßend merk­te ich bald die Entschleunigung.

Hinter tie­fen, dunk­len Wäldern zeich­nen sich am Horizont die schnee­be­deck­ten Berge ab. Über lan­ge Strecken führt der Weg bei­na­he eben durch tie­fen , duf­ten­den Wald, ich kann mir gut vor­stel­len, dass die­se Etappe auch im Hochsommer  zur Erfrischung ide­al ist, wenn es „unten“ schon uner­träg­lich heiß gewor­den  ist. Weiter unten, tie­fer im Tal taucht bereits Raxendorf auf, man merkt schon von wei­tem, dass hier vie­le Christbaumkulturen hier  eine wich­ti­ge Wirtschaftsform dar­stel­len. Durch den net­ten Ort Richtung Zeining geht es flott und eben dahin.

Es war eine wun­der­schö­ne Wanderung mit herr­li­chem Wetter – das klei­ne Holzherz in mei­ner Jackentasche erin­nert mich noch an die net­te Geste des Wirts zu Beginn mei­ner Tour.

Liebe Grüße bis zum nächs­ten Mal

eure Ingrid
Fotos „oben“: Ingrid Kleber

Fotos von der Eröffnungswanderung am 21. Mai 2018: Josef Rehberger