Eine Verbindung, die ins Herz trifft
Das Waldviertel erwandern und sich mit dem eigenen Leben befassen – das war das Ziel von Sabine und Winfried Tiedtke, als sie ihre 17-tägige Wandertour am Lebensweg starteten. Für beide war es der erste Weitwanderweg, ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Die Reise von Schleswig-Holstein bis ins Waldviertel nahm das Paar auf sich, weil es in der Heimat selbst einen „Lebensweg“ betreut – nämlich ein Hospiz.
Im Jahr 2009 hatte Sabine Tiedtke die Idee, ein stationäres Hospiz für Bad Oldesloe zu gründen. Schon damals war für sie klar: Das Hospiz sollte den Namen „Lebensweg“ tragen. „2013 habe ich dann gemeinsam mit 25 weiteren Gründungsmitgliedern einen Förderverein gegründet. Seit Mai 2020 arbeiten wir nun operativ in dem Hospiz Lebensweg, wo zwölf Gäste Platz haben, um ihren letzten Lebensweg bei uns zu verbringen“, erzählt sie.
Während der Wanderung im Waldviertel bemerkte das Paar viele Gemeinsamkeiten der beiden Lebenswege. „Auch wir sind immer mit Herz bei der Sache und versuchen, ganz individuell auf unsere Gäste und ihre Angehörigen einzugehen“, betont Tiedtke. Das Herz als Symbol findet sich so wie am Weitwanderweg auch im Hospiz in verschiedensten Varianten wieder.
17 ganze Tage verbrachten Sabine und Winfried Tiedtke am Lebensweg. Dabei ließen sie sich voll und ganz auf jede der insgesamt 13 Etappen ein. Die beiden widmeten sich ihrer eigenen Lebensgeschichte sowie auch dem Leben ihres Hospizes – wann es seinen Ursprung hatte, wann es geboren wurde und wie alt es nun wohl ist. „Wir haben jede Etappe genossen, obwohl uns Blasen und einige Wehwehchen teilweise ganz schön geplagt haben. Auch die mentalen Herausforderungen waren immer wieder zu meistern. Trotz allem, ist es wohl einer der wunderschönsten Urlaube gewesen, die wir jemals gemacht haben“, betont Familie Tiedtke und lobt das Konzept: „Diese Idee, sich während der Tour ganz explizit mit einzelnen Lebensphasen zu befassen, ist genial und einzigartig.“
Zurück im Hospiz Lebensweg in Schleswig-Holstein haben die beiden eine Präsentation über ihre Wandertour gehalten. Neben den Mitarbeiter:innen sind auch einige Hospizgäste und ihre Angehörigen den Erzählungen mit großem Interesse gefolgt. Das Fazit? „Der Weg hat uns nachhaltig berührt. Ein Weitwanderweg mit so viel Herz, so großer Gastfreundschaft und so viel Engagement. Selten haben wir uns so willkommen gefühlt.“

“Jeder gibt das, was er am besten kann. So entsteht Gemeinschaft und Herzen werden geöffnet.”
Sabine Tiedtke,
Initiatorin und Gründerin
(„You´ll never walk alone“ Gerry and the Peacemakers)

