Figur des Lebens Blog#54

Projekt „Figur des Lebens“ – Gutenbrunn, Waldviertel

Gastautorin: Cristina Sosa Protsai

Am 22. Oktober 2019, um 15:00, am Kirchplatz fand die Enthüllung der Skulptur vom Lebensweg – die „Figur des Lebens“, kre­iert vom Künstler Paul Dworacek (DworacekArt), statt.

Begrüßt von einem wun­der­schö­nen herbst­li­chen Wetter, wel­ches sei­ne Farben mit deren des Kunstwerks abstimm­te, sam­mel­ten sich die Bewohner und Gäste von Gutenbrunn. Pünktlich hieß Frau Adelheid Ebner, Bürgermeisterin von Gutenbrunn, alle Anwesenden will­kom­men. Neben den begrü­ßen­den Worte, heb­te Frau Bürgermeisterin her­vor: „Gutenbrunn ist ein Mitglied des Lebenswegs und ein stol­zer Vorreiter solch eines Projekts! Es ist die ers­te Skulptur der 22 Stationen des Lebenswegs“.

Das Projekt „Figur des Lebens“ ent­stand durch eine Ideenkollaboration der Marktgemeinde Gutenbrunn und DworacekArt im Rahmen des von Dieter Juster ins Leben geru­fe­nen Projektes Lebensweg. Ein Kunstwerk soll ent­ste­hen, wel­ches den Lebensweg von Gutenbrunn und Waldviertel ver­mit­telt. Dieses soll zu einem Wahrzeichen von Waldviertel wer­den und, gemein­sam mit sei­ner Seele und sei­nen Werten, Positivität her­vor­ru­fen. Weiters soll die Skulptur zu einem zusätz­li­chen Meilenstein und einer Sehenswürdigkeit des Erlebnisweges wer­den. Die Wanderer und die BesucherInnen kön­nen auf ihrem Lebensweg nicht nur die Natur, son­dern auch das Kunstwerk betrach­ten und sind somit will­kom­men, sich über die­se Gedanken zu machen (oder auch nicht, denn der Lebensweg soll für jede Person ein indi­vi­du­el­les Erlebnis dar­stel­len).

Die Enthüllung ist ein Anlass zur Begegnungen. Sie ist eine Einladung nicht nur für die Touristen, son­dern für die Einwohner von Gutenbrunn und Umgebung. Am Lebensweg kön­nen Meinungen, Erlebnissen, Werte und Geschichten aus­ge­tauscht wer­den. Der Rundwanderweg des Lebens kann aber auch zu per­sön­li­chen Aha-Erlebnissen füh­ren.

Beim Kunstwerk „Figur des Lebens“ han­delt es sich um eine Herzskulptur. Das Herz besteht zur Hälfte aus Holzstücken und stellt somit die wun­der­schö­ne und lebens­vol­le Natur dar – wir kön­nen uns die Zwischenräume als die Wanderwege durch den Wald vor­stel­len. Die zwei­te Hälfte des Herzes besteht aus elek­tro­ni­schen Elementen. Dieser Teil reprä­sen­tie­ret die Jugend von Heute und die unge­wis­se aber hoff­nungs­vol­le Zukunft, wel­che ohne neu­en Technologien und deren Entwicklung undenk­bar ist. Die Skulptur reprä­sen­tiert zugleich sowohl den Ursprung, die rei­che Geschichte von Waldviertel und die im Laufe des Lebens erwor­be­ne Erfahrung und Weisheit der Menschen die­ser Region, als auch die neue Energie und Neugier der jun­gen Menschen, wel­che die Entwicklung der neu­en Technologien för­dern, prä­gen und nut­zen. Die Verwendung von recy­cel­ten Materialien ist außer­dem ein Symbol der Nachhaltigkeit und ein klei­ner Beitrag zum Naturschutz. Das Projekt soll/kann auch zu die­sen Gedanken bewe­gen.

Die eine Seite kann ohne der Anderen nicht exis­tie­ren. Unterschiedliche Generationen leben mit­ein­an­der, unter­schied­li­che Aspekte unse­rer Existenz, der Welt, und somit des Niederösterreichs koexis­tie­ren, sei es die Natur, oder die von Menschen geschaf­fe­nen Maschinen, Gegenstände, Technik, Kunstwerke usw. Auf der ande­ren Seite kann die Natur und der Lebensweg ein Fluchtweg sein – weg von den Technologien, weg von der Hektik und dem chao­ti­schen Alltag. Nach einem Rundgang, Nachdenken und Entspannen keh­ren wir zu unse­ren Geräten zurück, hof­fent­lich mit neu­er Energie und Inspiration! Der Kreis schließt sich und beginnt einen neu­en klei­nen Abschnitt unse­res Lebens bis wir erneut einen Energieschub von der Natur benö­ti­gen bzw. begeh­ren – Somit kann der Lebensweg und die Skulptur des Lebens immer wie­der neu defi­niert wer­den.

Auch die Rückseite des Herzes ist von Bedeutung. Paul Dworacek woll­te unbe­dingt dem wert­vol­len Wasser, dem unschätz­ba­ren Brunnen Tribut zol­len. Auf der Webseite von Gutenbrunn ist zu lesen: „Der Wallfahrtsort Gutenbrunn ist seit Jahrhunderten für sei­ne Heilquelle berühmt, die von den Wallfahrern gern auf­ge­sucht wird. Wegen des Eisengehalts der Quelle ent­wi­ckel­te sich der Ort zu einem viel besuch­ten ‚Gesundheitsbad‘, zu des­sen Gästen auch der spä­te­re Gutsbesitzer Kaiser Franz I. gehör­te.“ Somit ent­schied sich der Künstler einen der drei Wasserwächter der Albrechtsbrunnen, wel­ches die Flüsse Österreichs dar­stellt, zu ver­ewi­gen.

Die Skulptur wird auf einem soge­nann­ten Wackelstein plat­ziert und mit einem Edelstahlträger ver­bun­den. Die Steinriesen und Wackelsteine sind von der Natur geform­te Naturdenkmäler der Region und ein Emblem von Waldviertel, wel­ches auch als Inspiration für Legenden dien­ten und Teil der Volksliteratur Österreichs wur­den.

Die Möglichkeit, in einer Atmosphäre kre­ieren zu dür­fen, umge­ben vom wun­der­schö­nen Wald von Gutenbrunn, des­sen Bäume, Wanderwege, Steinriesen, Flora und Fauna war eine gro­ße Inspiration für mich, an die­sen Projekt zu arbei­ten. Das Thema Leben an sich war eben­falls ein Punkt, über den ich wäh­rend mei­ner Arbeit an die­ser Skulptur Gedanken gemacht habe. Wie kann ich mei­ne Lebenserfahrung in die­sem Stück dar­stel­len? Welche rol­le spielt das Leben und die Lebenserfahrung der Menschen von Waldviertel, wenn über den Lebensweg gespro­chen wird?, erklärt Paul Dworacek.

Das Kunstwerk wur­de aus wet­ter­be­stän­di­gen Materialien gebaut bzw. wet­ter­be­stän­dig gemacht. Alle Teile sind natur­be­han­delt. Über den Winter bekommt die Skulptur eine durch­sich­ti­ge Schutzhülle – ein Zuhause für die kal­te Jahreszeit.

Diese sym­bol­vol­le Skulptur soll ein wich­ti­ges Andenken der Waldviertler und Waldviertlerinnen und deren Leben und Werte sein, sowie an die wert­vol­le Geschichte und natür­li­chen Reichtum die­ser Region erin­nern.

Ein gro­ßes Dankeschön an die Marktgemeinde Gutenbrunn und an alle Beteiligten und Sponsoren, die die­ses Projekt unter­stützt haben, sowie an den Künstler Paul Dworacek, der sich mit dem Lebensweg aus­ein­an­der gesetzt hat und ein wun­der­schö­nes Kunstwerk schuf!

Fotos: Cristina Sosa Protsai

DworacekArt
www.dworacekart.at
dworacek.art@hotmail.com
@dworacekart

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