Freundschaft und Zusammenhalt Blog#82

ETAPPE 7: Integration/sesshaft werden

  • 02.09.2021
  • Els – Sallingberg (28,2 km)
  • Ziel nach 33 km erreicht

Diese Etappe stach mir sofort ins Auge, so viele Kilometer, die längste von allen. Glücklicherweise war sogleich Monika, meine langjährige Weggefährtin und Freundin zur Stelle. Sie meinte, wer zusammen den Pilgerweg nach Mariazell geschafft hat, der wird auch diese lange Etappe meistern. Wie recht sie doch hatte. Das nenne ich Freundschaft und Zusammenhalt.

Gestartet wurde an einem frühherbstlichen Tag in Els. Voll motiviert wanderten wir los. Ein Stück entlang der Kleinen Krems und schon bald erblickten wir die Burg Hartenstein. So unbeschreiblich schön eingebettet in die Natur. Ich war total fasziniert von diesem wunderbaren Anblick, unvergesslich für mich bis heute.

Die Gudenushöhle war gesperrt und so konnten wir sie leider nicht besichtigen. Dies holten wir jedoch mit der ortskundigen Anita zu einem späteren Zeitpunkt nach. Klein und fein, die Gudenushöhle. Bin kein Freund von großen Höhlen, daher genau richtig für mich.

Hier gab es auch den 3. Sonderstempel. Das Stempelpassbüchlein begann sich immer mehr zu füllen. Welch eine Freude!

Weiter ging es durch den Grand Canyon des Waldviertels, so beschrieben im Lebensweg TourenTAGEbuch. Das war keine Übertreibung, genau so hatte es auch den Anschein. Felsig, steinig und das Waldviertel von einer Seite, die ich überhaupt noch nicht kannte. Entlang des Flusses durchquerten wir mehrere Wälder.

Eine Streckensperre bereitete uns etwas Kopfzerbrechen, aber die weitläufige Umleitung brachte uns dann doch wieder zurück auf den richtigen Lebensweg.

Bald erreichten wir Albrechtsberg und der Hunger führte uns in das Gasthaus Fischer. Gutbürgerlich haben wir geschmaust und äußerst freundlich wurden wir von den Wirtsleuten bedient. Noch zu bemerken wäre, dass ich meine Leibspeise Eierschwammerl als Sondermenü serviert bekommen habe. Das nenne ich Waldviertler Gastfreundschaft!

Weiter marschierten wir entlang an Wiesen und Feldern, bis wir Großreinprechts erreichten. Schon etwas müde suchten wir uns ein nettes Bankerl um die mitgenommene Wegzehrung zu verspeisen und um dabei auch ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen. Gab es hier noch immer die Diskothek, die nun schon seit fast 50 Jahren Kultstatus hat.

So schön die Rast auch war, wir hatten doch noch mehrere Kilometer vor uns. Weiter wanderten wir durch die wunderbare Natur, querten Wälder und Wiesen. Sehr eben erwies sich der Weg, eigentlich hatte die ganze Etappe nur wenig Steigungen. Endlos lange fühlte sich der anschließende Marsch durch den Wald an.

Doch dann war plötzlich Land in Sicht. Wir waren in Sallingberg angekommen, nach vielen Kilometern in den Beinen. Etwas verlassen und ausgestorben kam mir dieser Ort vor. Aber vielleicht war es auch nur eine Momentaufnahme.

Ein besonders netter Taxifahrer, der Vater von Monika, brachte uns wieder zum Ausgangspunkt nach Els zurück. Müde und voller Stolz beendeten wir diesen schönen und langen Lebensweg Tag.

 

Fotos: Sabine Wolfinger

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