18. März 2020: Es ist schon sehr erstaunlich, was gerade passiert. Sogar mehr als das. Spüren tun es einige von uns schon länger, dass dies immer „HÖHER, SCHNELLER, WEITER“ nicht unserer wahren Natur und unserem Lebenssinn entspricht.
Hab noch die Wünsche vom Jahreswechsel im Ohr: „Hauptsache G’sund bleiben“.
Jetzt sitzen viele von uns daheim und fürchten eben um diese Gesundheit. Nicht nur das, bei vielen geht es um das wirtschaftliche Überleben. Ich denke gerade an die vielen Menschen; die ihre Arbeit verlieren oder in Kurzarbeit gehen müssen, aber auch an die vielen Klein- und Mittelbetriebe,… die jetzt mit einem Mal keine Umsätze machen können, aber die Kosten unerbittlich weiterlaufen. Hoffentlich verlieren da einige nicht den Optimismus, welcher unser Menschsein ausmacht und uns ins gemeinsame Tun bringt.
DANKE Jetzt ist die Zeit für Mutige, diese gilt es zu würdigen. Nämlich die, die unser System aufrechthalten. Allen im Gesundheitsbereich, in der Versorgung,… möchte da jetzt gar nicht näher ins Detail gehen, denn die Gefahr wäre zu groß, jemand zu vergessen. In jedem Fall gilt es ein ganz, ganz großes DANKE zu sagen.
Was in den letzten Tagen sehr spürbar ist, dass das Zusammenrücken und Helfen neuen Raum bekommt. Ja klar, ein paar führen sich idiotisch auf, aber jetzt gilt es, auf das zu schauen, was gut funktioniert. Ich stell mir die Frage: „Wie können wir uns in einer solch fast aussichtslos scheinenden Situation weiter entwickeln und wachsen?“
INNEHALTEN Innerhalb von ein paar Wochen ist auf einmal kollektives Innehalten angesagt.
Wie es weitergehen wird , weiß jetzt niemand.
Wie lange es dauert? Keine Ahnung.
Wie geht jeder einzelne damit um?
Mut braucht es auch, wenn du dich mit deinem eigenen Lebensweg auseinandersetzt. Die Idee des Weitwanderwegs Lebensweg ist, dass man wandernd sein eigenes Leben von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus betrachtet. So nebenbei lernt man dabei das Südliche Waldviertel mit seinen Besonderheiten, in der Geschwindigkeit , wo die Seele mitkommt, kennen.
Ich bin letztes Jahr rund um die Karwoche den Lebensweg am Stück gegangen und habe auch heuer vor, den gesamten Weg zu bewandern. Ich kann dies nur sehr empfehlen. Die 260 km gehören dir und deinen Themen. Den Freuden aber auch den Herausforderungen.
Mich hat mein persönlicher Lebensweg immer wieder mal an meine Grenzen gebracht – ich bekomme beim Gehen Klarheit. Wichtig ist mir, Erkenntnisse zu notieren und später mit mir wichtigen Menschen darüber zu reden. Ich bin gerade dabei, mir zu überlegen, wie werde ich heuer gehen? Wo werde ich nächtigen? Habe vor, es heuer ein wenig langsamer anzugehen, bin ich doch im letzten Jahr 268 km in 10 Tagen durchmarschiert. Übrigens vielen herzlichen Dank allen , die durch ihre Angebote und ihr Tun Beiträge für den Lebensweg leisten.
VORBEREITUNG Momentan kann man wegen der Ausgangssperre ja nicht wandern, aber in absehbarer Zeit wird dies wieder möglich sein. Ich kann empfehlen, sich sehr gut vorzubereiten, ich denke, dies ist sicher für den einen oder anderen von euch jetzt sehr gut möglich. Für mich gehört das Planen schon ein wenig zur Reise dazu und die Vorfreude auf das Gehen in der Natur bringt Farbe in den Alltag.
ALLES GUTE! Jetzt gilt es dir, liebe Leserin, lieber Leser und uns allen in dieser besonderen Zeit alles nur erdenklich Gute zu wünschen. Viel Kraft und vor allem beste Gesundheit aus dem Südlichen Waldviertel wünscht
Dieter Juster

Gastautor Dieter Juster
Initiator Lebensweg – Lebens & Betriebskultur, Auf der Stift 85, 3665 Gutenbrunn, 0664 999 65 48, www.juster.jetzt
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Fotos: Dieter Juster, Josef Lackner, Wolfram Kautzky
P.S: Beim Schreiben dieser Zeilen höre ich gerade ALMA, eine österreichische Musikgruppe, welche Tradition und Neues verbindet. Welche Musik begleitet dich auf deinem Lebensweg?
Innehalten am Lebensweg Blog#58

