Tagebuch – Mein Waldviertler Lebensweg 2021 Blog#75

© Monika Knödlstorfer

Ende April 2021 wurde ich von meinen langjährigen Bürokolleginnen mit dem TourenTAGEbuch des Waldviertler Lebensweges in den Ruhestand geschickt. Gleichzeitig auch das Angebot mich bei einer Etappe zu begleiten. Was mich sehr freute, da Kollegin Astrid nicht so die Wandersfrau ist. Ein Termin Ende Mai wurde gleich fixiert. Was man hat, das hat man.

Zuhause begann ich neugierig das Büchlein mit der emotionalen Widmung zu studieren und konnte mich kaum mehr losreißen. So interessante Etappen und die Gegend im Südlichen Waldviertel für mich total unbekannt.

Der letzte Arbeitstag war angebrochen und mein Ruhestand begann. Ungewohnt und neu für mich, ein eigenartiges Gefühl. Viel Zeit hatte ich nun auf einmal und was sollte ich damit nur anfangen? Das Lebenswegbuch auf meinem leeren Homeoffice Schreibtisch starrte mich an. Wieder begann ich darin zu blättern und fasste den Entschluss, doch sofort mit der ersten Etappe zu beginnen. Das wird mich auf andere Gedanken bringen.

ETAPPE 1 –  Zeugung

  • Laimbach – Nöchling (26,2 km)
  • Ziel nach 34 km erreicht

29.4.2021: Teil 1 – Laimbach – Urthaleramt

Die Wegbeschaffung las sich nicht sehr einfach an. Gleich zu Beginn ist der Peilstein mit seinen 1.024 m zu erklimmen. Eine lange, stille Wanderung. Diese erste Etappe am besten mit dem Partner beginnen, um sich auch gleich ein Bild vom Lebensweg machen zu können, da kann nicht viel schiefgehen.

Voll Optimismus starteten wir mit dem Auto los und in Laimbach angekommen, wurde das kleine Abschiedsfläschchen Sekt meiner Kollegen beim Start geleert. Prost und auf ging‘s!

War wohl nicht so gut, schwer die Beine und steil der Aufstieg auf den Peilstein. Die frühsommerliche Hitze kam noch erschwerend hinzu. Aber oben beim Gipfelkreuz stolz angekommen, hatte ich das erste Mal das Gefühl, oh wie schön ist doch hier die Gegend. Wunderbare und weitläufige Aussicht. In der Schutzhütte konnte man sich mit Getränken versorgen. Sehr einladend, auch die Möglichkeit dort spontan zu nächtigen. Zusperren und schon gehört das Hüttenreich dem Gast.

Aber wir mussten ja noch weitermarschieren. Ab nun ging es stetig bergab. Nächstes Highlight war der Kaiserstein, etwas versteckt, hätten wir fast übersehen.

Eine sehr lange, großteils ebene Wanderung durch viele Wälder folgte. Nach 22 km endlich Land in Sicht, das Gasthaus zur Roten Säge. Achja, wir waren doch im Lockdown, also keine Einkehrmöglichkeit. Der freundlichen Wirtin wurde versprochen, irgendwann einmal wieder zu kommen. Derselbe Gedanke, wir sind schon zu müde um weiter zu marschieren. Noch dazu wo die nächste Steigung schon in unmittelbarer Sichtweite war. Schande, dass können nur die Arbeitsnachwehen sein. „Das ist doch der Waldviertler Leidensweg“ kam mir über die Lippen. Das hat uns beide erheitert.

Das eingespeicherte Taxi wurde angerufen und im Nu war der freundliche Mann aus Nöchling da und brachte uns wieder zurück zum Ausgangspunkt nach Laimbach.

30.4.2021: Teil 2 – Urthaleramt – Nöchling

Der nächste Morgen war angebrochen. So können wir das nicht stehenlassen. Bereits die erste Etappe sind wir nicht in einem durchmarschiert. Hurtig brachen wir wieder in das schöne, sonnige Waldviertel auf. Ausgangspunkt war wieder das Gasthaus zur Roten Säge. Die einladende Speisekarte wurde ausgiebig studiert. Wie schön und gut wäre es nun, etwas Köstliches zu genießen.

Mit diesen Gedanken und den Beeren am Wegesrand ging es stetig bergauf, dann wieder durch einige Täler bergab, kleinere Ortschaften wurden durchquert. Gemütliche Rast an einem Teich und der Frühling wurde in vollster Blütenpracht genossen. Endlos lange fühlte sich der Weg neben der Ysper an. Dann ging es wieder steiler bergauf und Nöchling war bereits in Sichtweite. Eine nette Dame erzählte uns, dass immer wieder Lebensweg Wanderer vorbeikommen und diese Etappe auf einmal schaffen. Wir eben nicht!

Nach 12 km kamen wir sehr verschwitzt, aber glücklich im schönen Nöchling an. Nach einem Cafe to go brachte uns der Taxifahrer vom Vortag wieder zurück zum Ausgangspunkt. So nebenbei haben wir auch erfahren, dass Nöchling ein Ort großer Söhne ist. Für mich fast wie am Ende der Welt, so hoch oben und entlegen.

 

Über die Erlebnisse der nächsten Etappen erfährt ihr mehr in den kommenden Blogs!

Fotos: Sabine Wolfinger

 

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