Drei Flaschen Bier für die Oma Blog#49

Mit Erinnerungen an unse­re Ahnen

von Maria Taferl nach Laimbach, Etappe 13

Es ist schon ein beson­de­rer Platz hier „her­oben“ in Maria Taferl. Nirgendwo am Lebensweg liegt einem die Donau so „zu Füßen“, hat man so einen wun­der­ba­ren Ausblick in die sanf­te Hügellandschaft des Waldviertels und in das rei­zen­de Donautal. Die berühm­te Basilika, zur Schmerzhaften Muttergottes  geweiht, ist prä­gend für den Ort und weit­hin sicht­bar. Viele Gläubige aus nah und fern fin­den sich das gan­ze Jahr über in der Wallfahrtskirche ein und ver­bin­den dies mit einem Besuch in den aus­ge­zeich­ne­ten Gastronomiebetrieben, die auch über aus­rei­chend qua­li­täts­vol­le Übernachtungsmöglichkeiten ver­fü­gen.

Diesmal beglei­te­te mich mei­ne Freundin Vera , die als Assistentin der Geschäftsleitung im Leader-Büro in Ottenschlag  schon sehr viel am Lebensweg-Projekt mit­ge­ar­bei­tet hat  und nun selbst eini­ge Etappen des Weitwanderweges erkun­den will. Natürlich war auch ihre unter­neh­mungs­lus­ti­ge Hündin Betty mit dabei. Unser Tagesplan sah vor, von Maria Taferl nach Laimbach zu mar­schie­ren. Ich nehm’s vor­weg, es wur­de ein kurz­wei­li­ger,  inter­es­san­ter und lus­ti­ger Tag  – auch in der Auseinandersetzung mit Vera’s Ahnen.

Vorerst stärk­ten wir uns noch im tra­di­tio­nel­len Gasthof https:/Zum Goldenen Löwen beim net­ten und sehr freund­li­chen Wirt Andi Frei. Er infor­mier­te auch, dass an die­sem 3. Sonntag im August – wie jedes Jahr – der Kameradschaftsbund hier eine Gedenkmesse abhält. 800 Mitglieder aus dem gan­zen Land, der Bischof aus St. Pölten und hohe poli­ti­sche  und mili­tä­ri­sche Vertreter zogen – beglei­tet von der Musikkapelle aus Maria Taferl und vie­len Fahnenträgern  – auf den Platz vor der Basilika ein. Das fei­er­li­che, andäch­tig, bun­te Bild der Gläubigen vor der wun­der­ba­ren Kulisse des Donautales war schon ein beein­dru­cken­der Anblick.

Übrigens: auch Andi Frei ist als enga­gier­ter Gastwirt sehr an der Weiterentwicklung des Lebenswegs inter­es­siert und daher auch Teilnehmer am Lebensweg-Partnerprogramm (wie auch die ande­ren Gastronomen hier.

Andi erzähl­te auch , dass es in https://Maria Taferl Tradition ist, sich vor dem Messbesuch   mit Würstel und  Bier zu stär­ken. Huuu, VOR dem Wandern schon ein Bierchen, ich war skep­tisch, aber es hat bes­tens geschmeckt und ich hab’s  gut ver­tra­gen!

Etwas spä­ter als geplant, mach­ten wir uns auf den Weg durch die wun­der­bar hüge­li­ge Landschaft vor­erst mal nach https://Münichreith auf. Über Reitern,  hel­le Wälder und wei­te land­wirt­schaft­lich genutz­te Flächen und über Pargatstetten ent­deck­ten wir immer wie­der Marterl am Wegesrand, die uns an das Thema die­ser Etappe 13, der „Großeltern und Ahnen“ erin­ner­ten.

Es war so amü­sant für mich,  mit Vera in ihre sehr per­sön­li­chen, oft­mals lus­ti­gen Schnurren in ihre Erinnerungen an ihre heiß gelieb­ten Großeltern ein­zu­tau­chen. Aus Pöggstall abstam­mend, leb­te Vera mit ihren Eltern in Wien, ver­brach­te jedoch jedes Wochenende und die gan­zen Ferien in Pöggstall. Nachdem Oma und Opa das Schwimmbad betreu­ten und das ört­li­che Kino führ­ten, gab’s für die Kleine immer wie­der Gelegenheit, sich ein biss­chen was zu ver­die­nen.  Ein beson­de­res Vergnügen war es für sie, gemein­sam mit der Familie  aus­gie­big zu wan­dern. Oftmals aber nur mit der Oma allei­ne, denn Opa hat­te im Krieg ein Bein ver­lo­ren – er war dann das Taxi für die bei­den flot­ten Wanderinnen.

Als mal wie­der eine Wanderung mit Oma anstand, bestand  die klei­ne Volksschülerin Vera dar­auf, sel­ber den Rucksack zu packen, Oma muss­te aber ver­spre­chen, ihn zu tra­gen und erst bei der Jause zu öff­nen, damit sie ja wirk­lich über­rascht wäre! Oma hielt die unnö­ti­ge Schlepperei aller­dings nicht lan­ge aus, denn nach einer hal­ben Stunde Wanderung, wur­de bereits eine Rast ein­ge­legt. Beim Ausräumen des Rucksacks wäre Oma vor lau­ter „Überraschung“ fast vom Bankerl gefal­len, was da alles zuta­ge kam!! 1/2 Wecken Brot, 1/4 kg Butter, 22 Äpfel im Schlafrock (dem Lieblingsessen von Vera, die aller­dings mitt­ler­wei­le „Dotschn“ gewor­den waren) , eine Flasche Himbeersaft für Vera und drei (!!!) Flaschen Bier für die Oma! Um es kurz zu machen: sie durf­te dann nie mehr allei­ne den Rucksack

packen und hat lan­ge kei­ne Äpfel mehr im Schlafrock gebraucht, weil sie im Wald gleich sovie­le auf­es­sen muss­te.  Aber sei­en wir ehr­lich: es ist nicht wirk­lich schön, wenn unse­re Ahnen – auch durch so lus­ti­ge Erinnerungen  – noch immer  prä­sent sind und uns soviel bedeu­ten?

Gastfreundschaft schreibt man in https://Münichreith  wohl sehr goß, denn als wir zur Kirche kamen, war gera­de eine Agape been­det. Auf unse­re Frage, was denn hier gefei­ert  wur­de, teil­te man uns mit, dass der Pfarrer nach 28 Jahren sei­nes Wirkens in die­ser Pfarre ver­ab­schie­det wur­de. Sogleich wur­den wir mit küh­len Mineralwasser und einem Korb Brot bewir­tet. Es ist wirk­lich nett, in den Dörfern am Lebensweg so offen auf­ge­nom­men zu wer­den. Mich hat übri­gens das Kreuzrippengewölbe und die Ausstattung in der Kirche sehr  gut gefal­len. Wenn du nach Münichreith kommst, soll­test du hier kurz inne­hal­ten.

Auch im inno­va­ti­ven https://Haselbräu  hat man für durs­ti­ge  Wanderer viel Verständnis, denn den „Notfallskühlschrank“ fan­den wir wirk­lich grenz­ge­ni­al – herr­lich küh­les und süf­fi­ges Bierchen! (sogar die Gläser waren gekühlt)

Gleich nach Münichreith zogen ganz schnell dicke, schwar­ze Wolken auf, die nichts Gutes für uns ver­hie­ßen. Ohjeh, wir hat­ten uns ganz schön ver­plau­dert! Es war über­all so nett! Der Abschnitt nach Laimbach ist ganz ange­nehm zu gehen, bei­na­he eben dahin und über wei­te, offen Flächen, bei­na­he medi­ta­ti­ve Ruhe. Aber kurz vor Laimbach haben wir dann doch  noch eine kur­ze Dusche erwischt.  Als mich  dann Vera nach Maria Taferl zurück­brach­te, schien schon wie­der die Sonne!

Im https://Cafe Braun waren wir dann noch mit dem rüh­ri­gen Obmann des Vereines Lebensweg Konrad Friedl und sei­ner Frau Brigitte zum net­ten Plausch ver­ab­re­det, die ja in die­sem idyl­li­schen Ort hier woh­nen. Übrigens, unse­re quir­li­ge Begleiterin Betty war wirk­lich schon „hun­de­mü­de“ und bald ein­ge­schla­fen.

Begib auch du dich auf eine wun­der­ba­re „Reise“ zu dei­nen Ahnen. Dieser Abschnitt ist bes­tens geeig­net dafür, nimm dir aller­dings Zeit, es gibt soviel zu bestau­nen – allei­ne schon in der Basilika!

Also bis zum nächs­ten Mal!

Servus!

Deine Ingrid